Pressestimmen zur Ausstellung
“Das heimliche Leben der Waschbären”

 
  
Schaufenster Northeim, 23. Juni 2002
 
Göttinger Tageblatt, 24.Oktober 2002
 
ExtraTiP Göttingen, 1. Dezember 2002
 
HNA, Altkreis Münden, 17. März 2003
 

Schaufenster Northeim, 23. Juni 2002

Bis 8. September im Uslarer Museum zu bestaunen: Das heimliche Leben der Waschbären im Solling
Eine Ausstellung,
die sich gewaschen hat

Passend zu unserem Sommer- Gewinn-Spiel mit Preisen, die sich gewaschen haben, sei der Besuch einer fantastischen Ausstellung im Uslarer Museum empfohlen.
Eröffnet am vergangenen Sonntag, ist "Das heimliche Leben der Waschbären im Solling" bis
8. September zu bestaunen.

Staunen hervorrufen werden vor allem die gezeigten Fotos von Ingo Bartussek, von denen Museumsleiter Dr. Wolfgang Schäfer schwärmt, sie seien "die tollsten, die wir bisher hatten".

Bartussek ist auch Initiator der Ausstellung, die nicht zuletzt dazu beitragen soll, mit einem Vorurteil aufzuräumen, gemäß dem "die Räuber" gewaltigen Schaden in der Tierwelt anrichten.

Dokumentiert werden jüngste Ergebnisse eines Forschungsprojekts von Mitarbeitern der Universität Göttingen im Solling. Naturfotograf Ingo Bartussek hat das Projekt nicht "nur" mit der Kamera begleitet; er zog auch 20 Waschbärenwaisen auf.

Deren Urahnen in Deutschland waren übrigens zwei trächtige Weibchen, die wegen des damals als wertvoll geltenden Felles 1934 aus Nordamerika importiert und am Edersee ausgesetzt wurden. Ihre Nachfahren eroberten in den folgenden Jahrzehnten große Teile Mitteleuropas. In einigen, Gebieten Nordhessens und Südniedersachsens sind die Tiere dabei, Wohnquartiere am Rand menschlicher Siedlungen aufzuschlagen. Während Kinder sich für die kleinen Räuber begeistern, fürchten nicht wenige Erwachsene eine Plage.

Abgerundet wird die Ausstellung durch einen Videofilm, eine "Davy-Crocket"-Waschbärenkluft, eine Waldinszenierung mit ausgestopften Tieren sowie ein "Tastparcours", in dem Besucher ihren Tastsinn überprüfen können.

Die Öffnungszeiten: täglich 15 bis17 Uhr; sonntags auch 11 bis 13 Uhr

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Göttinger Tageblatt, 24.10.2002

Vorstadt-Rowdy
und Mundräuber
Ausstellung über Waschbären

Sie machen Schlagzeilen wie "Gierige Wasch- bären fressen deutsches Dorf leer" oder "Bärenplage beim Kiwi-Bauern". Über die Hintergründe der vermeintlichen Waschbären- Invasion, vor allem aber über das Leben der neugierigen Tiere, klärt nun die Wanderausstellung des Waschbärenexperten Ingo Bartussek auf. Zu sehen ist die Ausstellung bis 26. Januar in den Räumen des Zoologischen Museums Göttingen.

Auf informativen Tafeln werden verschiedene Themen rund um den Waschbären abgearbeitet, so dass schließlich ein rundes Bild entsteht. Fotografien von Bartussek ergänzen die Texte über die "Erfolgsstory der Population" oder die "Vorstadt-Rowdies". Natürlich ist das Eindringen der Waschbären in die menschliche Lebenswelt dabei ein zentraler Komplex der Ausstellung.

Da ist etwa die Geschichte des registrierten Kasseler Waschbären 3008, die beispielhaft für die Neugierde und Umtriebigkeit der Tiere ist. 3008 zeigt deutlich männliche Angewohnheiten: Nächtens trottet er zur MartiniBrauerei, schaut, dann bei der Mercedes-Niederlassung rein, um sich schließlich auf den Weg zum Staßenstrich an der Wolfhager Straße zu machen. "Bier, schnelle Autos, Weiber – Waschbär Nummer 3008 ist eben ein echter Kerl" kommentierte die Zeitschrift "Hörzu" die sich der Geschichte angenommen hatte.

"Auch wir in Göttingen werden in nächster Zeit Waschbären haben" ist sich Dr. Gert Tröster, wissenschaftlicher Leiter des Museums sicher: "Das ist absehbar." Bereits jetzt hätten in der Region die ersten Obstbauern mit ihnen zu kämpfen. Mit der Ausstellung könne sich nunmehr jeder ein Bild von den "Stadtbären" machen und sich etwa über die Gründe für das häufige Auftreten informieren.

Aber auch die Fortpflanzung der Tiere, die Zusammensetzung der Nahrung oder ihre historische Rolle als Pelzlieferanten werden beleuchtet. Ein Trapperkostüm inklusive Jacke und Mütze ergänzen die wissenschaftlichen Themen ebenso wie literarische Zitate, so zum Beispiel aus Sterling North’s beliebtem "Rascal" von 1963.

Fühlkiste mit Futter

Eine Fühlkiste simuliert die Futtersuche der Bären, die im Dunkeln ihre Nahrung ertasten. Sie ist natürlich der Favorit der Kinder. Warum schleicht der Waschbär überhaupt herum? Wie groß ist die europaweite Population? Und was passiert, wenn Kuh und Bär aufeinander treffen? Auf fast alle Fragen kann die Ausstellung eine Antwort geben. In manchen Bereichen, so Tröster, sei man jedoch selber noch auf weitere Informationen angewiesen.

Am Sonntag, 27. Oktober wird die Ausstellung um 11 Uhr offiziell mit einem Diavortrag von Ingo Bartussek eröffnet.

Die Ausstellung "Das heimliche Leben der Waschbären" ist im Zoologischen Museum der Universität Göttingen, Berliner Straße 28, noch bis zum 26. Januar 2003 zu sehen. Geöffnet ist sonntags von 10 bis 13 Uhr. Gruppen können auch von Montag bis Freitag, die Ausstellung besichtigen. Voranmeldung sind unter Telefon 0551/395463 erwünscht

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ExtraTiP Göttingen, 1. Dezember 2002

Ausstellung:
Sensationelle Fotos von den Kleinbären
Wo Wamba der Waschbär wohnt

Noch bis zum 26. Januar ist sie im Zoologischen Museum in Göttingen zu sehen, die Ausstellung "Das heimliche Leben der Waschbären". Viele hunderte Besucher haben sie bereits gesehen und waren begeistert von den wunderschönen Fotos mit den Bären mit der Augenbinde. Die Fotos stammen von dem Uslarer Fotografen Ingo Bartussek, die Informationen rund um die Waschbären vom Waschbärexperten Dr. Ulf Hohmann von der Göttinger Universität und der Gesellschaft für Wildökologie und Naturschutz.

Die Waschbären aus unserer Region machen im ganzen Land Schlagzeilen. Kassel wurde gar zur Waschbären-Hauptstadt Europas erkoren. Höchste Zeit, sich mal gründlich über die putzigen Kleinbären zu informieren. In der Ausstellung passiert das aus erster Hand. Hohmann erforschte die Waschbären im Solling und hat inzwischen im staatlichen Auftrag auch die Population in Kassel unter die Lupe genommen. Bartussek sorgte für sensationell gute Fotos und lebt selbst mit Waschbären zusammen.

Alles begann 1992, als die Universität Göttingen einen Mitarbeiter für ein Raubwildforschungsprojekt im Solling suchte. Ulf Hohmann meldete sich und untersuchte im Rahmen seiner Doktorarbeit das Sozialverhalten der Waschbären. Er zog ins Schloss Nienover und von da ab hatten die Waschbären einen festen Platz in seinem Leben.

1996 stieß, der Uslarer Fotograf Ingo Bartussek zum Team. Denn: Bis dahin gab es vom nachtaktiven Kleinbären kaum Fotos in seinem natürlichen Lebensraum. Und die Waschbären eroberten auch das Herz von Bartussek... Er errichtete auf seinem Grundstück in Uslar ein großes Freigehege, wo heute drei erwachsene Waschbären wohnen. "Nebenbei" zieht er immer wieder Waschbären groß: "Das sind meist Jungtiere deren Mutter  überfahren oder anders getötet wurde." Die Aufzucht der kleinen Petze ist kein leichter Job, gelingt  dem Uslarer nur mit Hilfe seiner Frau: "Alle paar Stunden werden die gefüttert - auch nachts. Und ist man einmal als Mutterersatz akzeptiert, läuft das Jungtier ständig hinterher. Da muss man wie die Waschbären nachtaktiv sein."

Das Freigehege liegt auf dem Gelände der ehemaligen Uslarer Ziegelei. Hier gibt es alles, was sich Waschbären wünschen: Viel Wasser zur Nahrungssuche und alte, große Bäume zum Hochklettern. In luftiger Höhe verschlafen die Bären gerne den Tag. Der Zaun ums Waschbärenheim ist erstaunlich niedrig: 80 Zentimeter, obendrauf ein Elektrodraht. Mehr braucht es nicht. Bartussek: "Waschbären springen nicht und sie graben auch nicht, deshalb reicht das so.”

Hier in diesem Gehege hat der Fotograf, der hauptberuflich Kachelöfen baut, optimale Bedingungen zum Waschbären fotografieren. Hier entstand auch die Serie "Wamba der Waschbär" für die Sendung mit der Maus!

Und so sind im Laufe der Jahre einmalige Fotos von den ausgesprochen niedlichen Bären entstanden, die die Ausstellung so sehenswert machen. Dazu gibt es Informationen statt Gerüchte. So kann man erfahren, dass der Waschbär, obwohl er aus Nordamerika stammt, im heimischen Tierbestand keinen Schaden anrichtet: "Er ist bei der Nahrungsbeschaffung so vielseitig, dass er viele Nischen belegt, anstatt nur einer Tierart heftige Konkurrenz zu machen. Er frisst alles von kleinen Tieren aus dem Wasser über Obst und Beeren bis hin zu Regenwürmern und kleinen Tieren. Sogar Ameiseneier stehen auf seinem Speiseplan."

Auch das hartnäckige Gerücht, dass Waschbären Vogelnester ausrauben, stimmt nicht: "So viel Anstrengung nehmen Waschbären eigentlich nicht auf sich. Wenn er mal über eines stolpert, wird er sich sicher darüber hermachen, aber extra auf die Pirsch gehen, das ist nicht drin", weiß Bartussek.

Was die Südniedersachsen natürlich am meisten interessiert: Müssen wir uns auch auf eine "Waschbären-Plage" gefasst machen? Können sich die Dachdecker schon auf viele Aufträge freuen, weil die Bären bald auch hier die Hausdächer auseinander nehmen? Antwort: Wohl kaum. Verhältnisse wie in Kassel-Harleshausen, wo auf 100 Hektar bis zu 200 Waschbären leben werden wohl einmalig bleiben.

In Kassel zogen sie ein, nachdem sie vor knapp 70 Jahren am Edersee ausgesetzt wurden. Hier fanden sie ideale Bedingungen. Bartussek: Die Stadtteile ragen in ein bewaldetes Gebiet hinein, bieten dank Mülltonnen und Komposthaufen ein Schlaraffenland für die Waschbären, aus dem sie sich nicht so leicht vertreiben lassen." Auch in dieser Hinsicht haben die Waschbären ein dickes Fell...

Auch wenn es nicht jeder bemerkt: Längst ist auch der Landkreis Göttingen von den putzigen Bären besiedelt. Aber: "In den Wäldern des Solling zum Beispiel leben nur ein bis zwei Waschbären auf 100 Hektar", so Ulf Hohmann. Man sieht sie halt nur sehr selten, da sie erst in der Dämmerung wach werden.

Einen ungetrübten Blick auf die Bären gibt es in der Ausstellung im Zoologischen Museum immer sonntags von 10 bis 13 Uhr. Gruppen können sich unter Telefon 05511/39 54 63 für Montags- oder Freitags-Führungen anmelden. star

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HNA, Altkreis Münden, Montag, 17. März 2003

Den Waschbären auf der Spur
Ausstellung mit spektakulären Fotos
im Lepantosaal des Welfenschloss eröffnet

HANN. MÜNDEN. Das Interesse, etwas über "Das heimliche Leben der Waschbären" zu erfahren, war groß. Mehr als 70 Besucher hatten sich am Sonntag auf den Stühlen im Lepantosaal des Welfenschlosses in Hann. Münden niedergelassen, um dem spannenden Diavortrag von Ingo Bartussek zu lauschen.

Der Uslarer Fotograf verfolgt die Waschbären seit 1996 auf Schritt und Tritt. Begonnen hatte alles mit der Dissertation eines Bekannten. Während der Biologe forschte, sorgte sich Bartussek um das Bildmaterial. Das Projekt hatte Erfolg. Die gemeinsame Arbeit stellte die bisherigen, wissenschaftlichen Erkenntnisse über das Leben der Kleinbären auf den Kopf. Zudem gelangen Ingo Bartussek wundervolle Aufnahmen  der nacht- und dämmerungsaktiven Räuber.

Die Bilder sind so einzigartig, dass sie in den weltweiten Ausgaben des Wissenschaftsmagazins GEO veröffentlicht worden sind. Und nun ist eine große Auswahl der spektakulären Naturbilder bis Mitte Mai im Welfenschloss zu sehen.

Experten sind sich über den Bestand an Waschbären in Deutschland uneins. Schätzungen bewegen sich zwischen 100 000 und einer Million Tiere. In den Wäldern des Altkreises sind die moppeligen Allesfresser inzwischen ebenso beheimatet wie im Solling oder im Habichtswald. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet jedoch ist Amerika. Der profiable Handel mit Pelzen brachte die Tiere nach Europa. Das erste erfolgreiche Ansiedlungsprojekt gelang 1934 am Edersee.

Waschbären zeichnen sich durch eine unglaubliche Anpassungsfähigkeit aus. Höhlen in Eichen in einer Höhe von fünfzehn bis zwanzig Metern bieten ihnen Quartier, sie lieben feuchte Landschaften, und immer mehr lockt sie das üppige Nahrungsangebot in die Randgebiete von Städten und Dörfern an. (ANT)

Bildunterschrift: Der Schein trügt: Waschbären sind normalerweise eher langsam. Fotograf Ingo Bartussek, der am Sonntag über "Das heimliche Leben der Waschbären" berichtete und die Ausstellung im Lepantosaal des Welfenschlosses eröffnete, gelang diese ungewöhnliche Aufnahme. FOTO:THON

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Ein paar Anmerkungen, bzw. Richtigstellungen zu den obigen Artikeln:
1. Es ist richtig, dass die meisten meiner Waschbären-Bilder und auch die Filmaufnahmen mit handaufgezogenen, zahmen Waschbären gemacht wurden, die als verwaiste Findelkinder zu mir kamen. Allerdings sind die wenigsten dieser Aufnahmen im Gehege entstanden, sondern mit den freilaufenden Jungtieren. Bis zu einem Alter von etwa neun Monaten besteht keinerlei Notwenigkeit, sie einzusperren und die allermeisten wurden dann sowieso ausgewildert. Nur drei sehr zahme Tiere halte ich nach wie vor in einem
3000 qm großen Freigehege.
2. Es ist keineswegs ein Anliegen der Ausstellung (und wird so auch nicht dargestellt), die Probleme zu verharmlosen, die Waschbären als eine eingeführte Tierart in der heimischen Fauna verursachen können. Diese können in speziellen Fällen tatsächlich auftreten und auch in Zukunft sind sie nicht ausgeschlossen. Allerdings gibt es in dieser Beziehung derzeit tatsächlich keinen Grund, Alarm zu schlagen.
3. Die Probleme im menschlichen Siedlungsgebiet werden uns dagegen in Zukunft wahrscheinlich immer mehr Kopfzerbrechen bereiten. In Kassel- Harleshausen und den angrenzenden Stadtteilen wohnen allerdings nicht 200 Waschbären je 100 ha, sondern "nur" 100-120 und dass sie sich in dieser Form nicht auch in anderen Städten und Wohngebieten breit machen könnten, würde ich nicht unterschreiben. Von einigen amerikanischen Städten sind vergleichbare Populationsdichten bekannt. Bei uns wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis die geeigneten Lebensräume entsprechend besetzt sein werden.
Ingo Bartussek
 

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